Portrait
Verena Steiner
Zur Autorin, kurz & bündig
Verena Steiner, Dr. phil. II, ist durch ihre Bestseller Exploratives Lernen (2000), Energiekompetenz (2005) und Lernpower (2010) als Autorin bekannt geworden. Die auf Lernprozesse spezialisierte Biochemikerin hat nach vielen Jahren in Forschung, Lehre und Management an der ETH Zürich das Programm Lernen mit Lust! aufgebaut und während eines Sabbaticals an der Harvard University ihren Erstling Exploratives Lernen verfasst.
Nach einer Gastprofessur an der Universität für Bodenkultur in Wien war die Autorin als freischaffende Referentin im In- und Ausland tätig. Für ihr Wirken wurde sie 2006 zur Ehrenrätin der ETH Zürich ernannt..
Meine Lernbiografie
Mein erstes Werk, Exploratives Lernen, habe ich mit 51 Jahren verfasst. Doch mein Traum, dereinst ein Buch über wirkungsvolle Lernstrategien zu verfassen, entstand bereits während meines Zweitstudiums in Biochemie.
Wie ich das Lernen entdeckte
Nochmals ein Jahrzehnt früher hatte ich begonnen, mich für die Prozesse rund ums Lernen zu interessieren – aus purer Notwendigkeit. Als junge Chemikerin HTL (heute FH) begann ich damals an der Berner Berufsschule Chemie zu unterrichten. Um sattelfest zu sein, musste mich nochmals hinters Chemielernen setzen. Dabei entdeckte ich den Nutzen von klugen Lernstrategien, denn auch das Lernen will gelernt sein. Je eingehender ich mich damit befasste und je mehr ich mit verschiedenen Methoden experimentierte, desto grösser wurde meine Lust aufs Lernen; ich hatte das Lernen entdeckt! In der Folge lernte ich Spanisch, feilte an meinem Englisch und schloss mit dem Certificate of Proficiency ab. Während eines längeren Arbeitsaufenthalts in den USA wurde mir klar, dass ich anschliessend noch Biochemie an der Universität Basel studieren wollte.
Der Traum vom Buch
Das damals für mein Studium erforderliche Maturawissen erarbeitete ich mir in Eigenregie mit ausgeliehenen Unterlagen. Einzig fürs Französisch belegte ich einen Kurs. Der Effort dauerte ein knappes Jahr, in dem ich auch bereits als Hörerin zu den Vorlesungen zugelassen war. Zum einen war ich hoch interessiert an den Fächern des Studiengangs und zum andern auch weiterhin an den Prozessen rund ums Lernen. In den Prüfungsvorbereitungsphasen führte ich darüber Tagebuch, denn damals, 1986, erwachte mein Traum, ein Buch über meine Lernstrategien zu verfassen. Doch die Erfüllung des Traums musste warten; meine Dissertation nahm mich voll in Beschlag und auch in den Folgejahren in der Pharmaforschung fehlte mir die Zeit.
… musste lange warten
Erst zwölf Jahre später, 1998, konnte ich meine Leidenschaft zum Beruf machen und an der ETH Zürich das Programm Lernen mit Lust! aufbauen. Es stiess bei den Studierenden von Anfang an auf grossen Anklang, und im Folgejahr, während eines Sabbaticals an der Harvard University, nutzte ich die Gelegenheit, um mein lang erträumtes Buch zu schreiben.

Mein explorativer Ansatz
Doch wodurch entwickelt sich die Lust aufs Lernen, die Freude am Erwerb von neuem Wissen und neuen Fähigkeiten? Was war eigentlich meine Entdeckung, und wie konnte ich sie nennen? Ich erinnere mich, wie mein Mann und ich in Cambridge am Küchentisch sassen, uns diese Fragen stellten, sinnierten und überlegten. Es war die besondere Herangehensweise, das Verbinden von Befunden aus der Lernforschung mit meiner Lust am Beobachten, Experimentieren und Modifizieren, die den Unterschied machte.
Es war mein Ansatz, mein Konzept, das ich seit jenem Abend exploratives Lernen nannte.
Mein explorativer Ansatz
Lebenslauf
| 1968 – 71 | Chemiestudium am Technikum (heute Fachhochschule ZHAW) Winterthur |
| 1972 –75 | als Chemikerin in der industriellen Forschung, Chemielehrerin im Nebenamt |
| 1975 – 82 | Hauptlehrerin für Chemie an der Gewerblichen Berufsschule St. Gallen |
| 1982 – 83 | US-Aufenthalt; Stage in den Labors der Ciba-Geigy AG in Ardsley NY |
| 1984 – 88 | Studium der Biochemie an der Universität Basel |
| 1988 – 91 |
Dissertation in den Labors der Ciba-Geigy AG (heute Novartis) in Basel, anschliessend Tätigkeit als Forscherin und Managerin sowie als nebenamtliche Dozentin an der Fachhochschule beider Basel |
| 1994 – 2001 |
Eidgenössische Technische Hochschule ETH Zürich 1996 Gründung der Einheit ETH tools mit dem Kursprogramm Lust auf eine eigene Firma! 1997/98 Konzeptentwicklung und Implementierung des ersten Business- planwettbewerbs Venture 98 (Co-Projekt mit McKinsey) 1998 Entwicklung und Einführung des Programms Lernen mit Lust! 1999 Sabbatical an der Harvard University, Dept. of Psychology: Konzeptentwicklung und Manuskript Exploratives Lernen |
| 2000 | Buch Exploratives Lernen |
| 2002 | Buch Erfolgreich lernen heisst … |
| 2002 – 03 | Universität für Bodenkultur Wien, Gastprofessur für Exploratives Lernen |
| 2002 – 13 | Freischaffende Autorin, Seminarleiterin und Beraterin für Lern- und Arbeitsstrategien; Lehraufträge an Hochschulen im In- und Ausland |
| 2005 | Buch Energiekompetenz |
| 2006 | Buch Sich besser konzentrieren heisst … |
| 2010 | Kolumne Lernpower im Tages-Anzeiger; 52 Folgen |
| 2011 | Buch Lernpower |
| 2013 | Buch Sprachen lernen mit Power |
| 2014 | Buch Konzentration leicht gemacht |
| 2016 – 24 | Recherche und Manuskript SOLO – Alleinsein als Chance |
| ab 2018 | Volkshochschule Zürich: Kurs Solo, stark und lebensfroh |
| 2025 | Buch SOLO – Alleinsein als Chance |
Auszeichnungen
- 1998 – Lady Waterman Prize (Unternehmerin des Jahres) für den Aufbau von ETH tools
- 1998 – Finalistin Veuve Cliquot Preis
- 2006 – Ernennung zur Ehrenrätin der ETH Zürich
